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Mit der Einführung der Schulpflicht vor rund 150 Jahren entwickelte sich der Schulhausbau zu einer wichtigen architektonischen Disziplin. «Viele Schulhäuser widerspiegeln die didaktischen und architektonischen Ideale ihrer Bauzeit», schreibt Reto Westermann in seinem historischen Überblick. Auch die Typologie des Schulpavillons hat eine lange Geschichte. Bereits 1904 wurden in Zürich die ersten vorfabrizierten «Schulbaracken» hingestellt, um dem Schulraum-Mangel infolge der Stadteingemeindung von 1893 beizukommen. Der damalige Stadtrat war begeistert, «dass das Bauwerk in der gleichen Form und Grösse ohne Stoffverlust mehrmals rückgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden kann». So lasse sich der Schulraum örtlich flexibel nutzen. Denn kurzfristige Ereignisse, etwa ein Krieg, tiefere Geburtenraten oder die Binnenwanderung, können angestellten Prognosen für den Schulraumbedarf zuwiderlaufen.
Wie aktuell diese Herausforderung immer noch ist, erfahren wir im Interview mit Sandra Mischke und Peter Störchli von der Abteilung Bauten der Bildungsdirektion Zürich. Hinzukomme, so Mischke, dass «wir nicht wissen, wie man in 20 Jahren unterrichtet». Deshalb ist beim Schulhausbau flexible Nutzbarkeit zentral. Wie das in der Umsetzung aussieht, zeigen etwa das soeben eröffnete Provisorium der Kantonsschule Stadelhofen in Dübendorf und die neue Primarschule in Feldmeilen.
Modulare, flexible Konzept sind auch beim Wiederaufbau von Schulraum in der Ukraine gefragt, wie im Beitrag über Aranchii Architects zu lesen ist. Und dass es bei Bildungsbauten bisweilen nicht nur um Schul-, sondern auch um Wohnraum geht, führt der Blick nach Amsterdam vor Augen. Dort haben Studierende aus Eigeninitiative ein studentische Wohnhaus errichtet.
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