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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Die eigene vier Wände haben wir in letzter Zeit ziemlich gut kennengelernt. Wir wissen, in welchem Zimmer wir uns am besten konzentrieren können, wo wir am liebsten Yoga üben und welche Tätigkeiten wir auch künftig lieber im Büro oder ausser Haus erledigen. Gerade viele Alleinwohnende erlebten während der Pandemie, wie elementar der Anschluss an eine Gemeinschaft sein kann.

Viele neuere Wohnformen (siehe Trendforschung) sind gemeinschaftlich organisiert, mit flexibel zuschaltbaren Räumen, die man sich teilt. Eine radikale Form des Zusammenlebens – das Hallenwohnen – wird seit Kurzem im Zollhaus Zürich praktiziert wird. Zwölf Bewohnerinnen und zehn Ateliernutzer teilen sich eine 4,15 Meter hohe, 275 Quadratmeter grosse, um einen Innenhof angeordnete Halle. Privatsphäre finden sie in mobilen Wohntürmen. Auch in Genf «bahnt» sich ein städtisches Experiment an: Zentrale, brachliegende SBB-Flächen sollen für den partizipativen Wohnungsbau, das Gewerbe und öffentliche Plätze genutzt werden.

Auf grossem Fuss zu wohnen, wird wohl einst verpönt sein. Denn wer im Zollhaus oder in einem Move-ment-Modul auf knapp 40 Quadratmetern wohnt, markiert damit sein soziales und ökologisches Bewusstsein. Wie toll wohnen auf wenig Fläche sein kann, wird auch bald unser Blick nach Japan zeigen. 

Grosse Wohnflächen stehen aber nicht nur dem grünen Zeitgeist entgegen, sie sind in den meisten Städten nicht mehr bezahlbar. Deshalb hat Basel-Stadt 2019 das Wohnbauprogramm «1000+» ins Leben gerufen, das vor allem auf Wohnungen mit minimal gehaltener Fläche setzt. Im Frühjahr 2021 wurde der erste in Modulbauweise erstellte Neubau von Harry Gugger Studio und Erne Holzbau fertig, der zweite folgt diesen November.

Qualitätiv gute Wohnräume sind aber weltweit Mangelware, vor allem in der Peripherie. Dagegen wollen Summary Architects mit ihren robusten, wie Kanalrohre ab Stange produzierten Betonmodulen «Gomos» angehen. Die erste Gomos-Siedlung steht allerdings nicht in einem Armenviertel, sondern im lieblichen Vale de Cambra in Portugal.

Übrigens: Nach den Sommerferien haben Schülerinnen und Schüler in Winterthur-Wülflingen den ersten Schulpavillon Modular-W bezogen!

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