Seit Sommer 2026 besuchen 220 Kantonsschülerinnen und -schüler den Unterricht in einem neuen temporären Schulgebäude in Dübendorf. Dieses basiert auf einem Holzmodulbausystem, das Bauart Architekten im Auftrag des Kantons erarbeitet hat. Es wird auch an weiteren Standorten zur Anwendung kommen.

Fotos: Seraina Wirz

Grosse Fenster in den Räumen sowie an den Korridorenden sorgen für viel Tageslicht in den Innenräumen.

Das Projekt umfasst zwei dreigeschossige Klassentrakte, die über einen offenen Zwischenbau verbunden sind, sowie zwei Einfachturnhallen

Visualisierungen und Pläne: Bauart

Ziel war es eine identitätsstiftende Architektursprache zu finden, die den temporären Charakter unterstreicht und mit den ebenfalls temporären Sportbauten harmoniert.

Stefan Fuchs, Architekt, Leiter Büro Bauart Zürich

Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der hohen Nachfrage im Zürcher Glattal hat der Kanton Zürich nun auf einem Areal direkt neben der Empa eine temporäre Schule realisiert, die bis 2039 an diesem Standort genutzt wird. Sie wurde im August 2026 bezogen und bietet Platz für 650 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrpersonen. Das Projekt umfasst zwei dreigeschossige Klassentrakte, die über einen offenen Zwischenbau verbunden sind, sowie zwei Einfachturnhallen. Der südliche Schultrakt steht leicht angewinkelt zum Nachbarbau und spannt zusammen mit den Sportbauten einen baumbestandenen Aussenraum mit hoher Aufenthaltsqualität auf. Ergänzt wird die Anlage durch einen Aussensportplatz, Parkplätze, Veloabstellanlagen und weitere begrünte Flächen. Zum Angebot gehört auch eine Mensa für die Verpflegung über Mittag. Die beiden Schultrakte bestehen aus insgesamt 246 Modulen und sind Teil eines TU-Rahmenvertrags für zwei bis drei provisorische Schulanlagen, den der Kanton Zürich 2023 ausgeschrieben hatte. Neben den Grundlagen für die Ausschreibung und den Rahmenvertrag haben Bauart Architekten auch die architektonische Gestaltung der Modulbauten entwickelt und detailliert festgelegt. «Ziel war es, eine identitätsstiftende Architektursprache zu finden, die den temporären Charakter unterstreicht und mit den ebenfalls temporären Sportbauten harmoniert», sagt Architekt Stefan Fuchs von Bauart Architekten aus Zürich. Die Sporthallen entstammen einer vor sechs Jahren durchgeführten Ausschreibung des Hochbauamtes des Kantons Zürich und wurden von pool Architekten entwickelt. Ihre Erstellung ist Teil des gesamten Rahmenvertrags zum Bau der Schulprovisorien, den der Holzbauer Blumer-Lehmann aus Gossau SG als Totalunternehmer gewonnen hat.

Zentrale Erschliessungsachse

Grosse Fenster in den Räumen sowie an den Korridorenden sorgen für viel Tageslicht in den Innenräumen. Die Gestaltung nimmt das Thema der temporären Nutzung bewusst auf. So werden die mit OSB-Platten verkleideten Wände sichtbar belassen und nur in den Unterrichtsräumen weiss lasiert. Die Böden erhalten schlichte, violettgraue Linolbeläge. Auch Details wie Leuchten, Tür- und Lüftungselemente sind formal einfach gehalten. Die äussere Gestaltung spielt mit der Struktur des Modulbaus, dessen Elemente durch zurückversetzte Fugen ablesbar bleiben. Verkleidet wird die Fassade mit einer vertikalen Schalung aus gestrichenen, sägerohen Holzlatten, durch die je nach Blickwinkel die Unterkonstruktion erkennbar ist. Dieses Gestaltungskonzept nimmt das Thema des transparenten Fassadenaufbaus der Sportbauten auf, die mit vertikal angebrachten Lichtwellplatten verkleidet sind. Zusammen mit den grossformatigen Fenstern entsteht so ein harmonisches Fassadenbild. Auch die aufeinander abgestimmte Farbgebung der Schul- und Sportbauten trägt dazu bei. Die Farbgestalterin Paola de Michiel hat sie zusammen mit pool Architekten und Bauart Architekten und Planer spezifisch für das Projekt entwickelt. Die Farbgebung unterstützt einerseits den Ensemble-Charakter der Anlage und reagiert andererseits auf den Standort. Basis bildet eine Palette verschiedener Grün- und Rottöne. Die mit Abstand montierten, grünen Holzlatten der Modulbauten lassen den Durchblick frei auf die in anderen Farben gehaltene Konterlattung und die Winddichtung. Bei den Turnhallen wiederum sind die hinter den Lichtwellplatten liegenden Fassadenelemente und Lattungen in unterschiedlichen Grün- und Rottönen gestrichen.

Weiterverwendung vorausgedacht

Es ist geplant, die Schulbauten m Standort Dübendorf während rund zehn Jahren zu nutzen. Danach sollen sie demontiert werden und in ähnlicher oder neuer Konfiguration an einem noch nicht bekannten anderen Standort wieder zum Einsatz kommen. Die Modulbauten sind daher auf einen zweimaligen Standortwechsel und eine Lebensdauer von mindestens dreissig Jahre ausgelegt.

SRF Regionaljournal

Projektdaten
Kantonsschule Stadelhofen, Filiale Dübendorf –Provisorium Empa, 2026
Überlandstrasse, Dübendorf

Bauherrschaft: Kanton Zürich, vertreten duch das Hochbauamt der Baudirektion
Architektur Schulbauten: Bauart Architekten und Planer AG, Zürich
Architektur Sportbauten: Pool Architekten, Zürich
Totalunternehmer: Blumer Lehmann AG, Gossau SG
Farbkonzept: Studio Paola de Michiel, Besazio TI
Baubeginn: Februar 2025
Bezug: Juli 2026
Baukosten (BKP 1–9): Fr. 58 Mio. inkl. Reserve (Kostenschätzung, Stand 2023)

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